Cola und Salzstangen bei Durchfall?


Hausmittel unter der Lupe
Cola und Salzstangen bei Durchfall?
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Hausmittel gegen Durchfall und Verstopfung bei Kleinkindern werden oft von Generation zu Generation weitergegeben. Aber was ist dran an diesen Ratschlägen? Kinderarzt Professor Stefan Wirth hat 2 beliebte Tipps unter die Lupe genommen.

Wasser und Salz auffüllen 

Bei Durchfall greifen viele Eltern zur altbekannte Cola-Salzstangen-Therapie. Der Gedanke dahinter: Haben Kinder starken Durchfall, verlieren sie große Mengen an Wasser und Elektrolyte, so dass der Körper regelrecht austrocknet. Doch auch wenn Kinder diese Diät gerne annehmen, ist v.a. der Griff zur Cola nur wenig sinnvoll. Einerseits ist der Elektrolytgehalt in Colagetränken sehr niedrig, andererseits verschlechtert der hohe Zuckergehalt den Durchfall häufig noch zusätzlich. Wenn es gar nicht ohne Cola geht, dann nur 1:1 verdünnt, betont Professor Wirth von der Universitätsklinik Wuppertal.

Weniger problematisch sind die beliebten Salzstangen. Um ausreichend Kochsalz zuzuführen sind bei Kindern allerdings etwa 40 Salzstangen am Tag nötig. Dass die Cola-Salzstangen-Kost vermeintlich oft von Erfolg gekrönt ist, führt der Kinderarzt auf die Widerstandsfähigkeit und Selbstheilungskräfte des Körpers zurück. Er empfiehlt die Cola-Salzstangen-Diät nicht. Eine bessere Alternative sind fertige Produkte aus der Apotheke oder auch 1:1 mit Wasser verdünnter Apfelsaft.

Trinken gegen Verstopfung?

Ebenso lästig wie Durchfall und teilweise auch richtig schmerzhaft ist die Verstopfung. Sehr viel Trinken soll dabei Abhilfe schaffen. Dass mehr Flüssigkeit im Darm den Stuhlgang erleichtert, klingt auch erstmal logisch. Auch dieser Rat ist in Studien geprüft worden: Sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern hatte eine zusätzliche Wasserzufuhr von bis zu 2 Litern keinen Effekt auf den Stuhlgang, weder bei verstopften noch bei nicht-verstopften Personen. Lediglich die Nierenfunktion wurde kräftig angekurbelt – viel Wasser produziert nur viel Urin, stellt der Experte klar.

Quelle: Monatsschrift Kinderheilkunde

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