Weiblicher Schlaf und Hormone


Was machen Hormone mit dem Schlaf?
Weiblicher Schlaf und Hormone
mauritius images / Photo Alto / Frederic Cirou
Manchmal stören Hormone den Nachtschlaf

Ob man morgens ausgeschlafen oder müde ist, hängt von vielen Faktoren ab. Welchen Einfluss haben die Hormone?

Schlechter in der zweiten Zyklushälfte

Der weibliche Zyklus kann viele Lebensbereiche beeinflussen – etwa den Appetit, die Stimmung und wahrscheinlich sogar die sportliche Leistungsfähigkeit. Auch die Schlafqualität scheint vom Hormonhaushalt abzuhängen. So kann der Schlaf in der zweiten Zyklushälfte unruhiger sein. Frauen wachen dann nachts öfter auf oder träumen intensiver. Eine mögliche Folge ist eine erhöhte Müdigkeit am Tag. Die Ursache dafür ist wahrscheinlich ein Abfall des Progesteronspiegels in der zweiten Zyklushälfte. Kommen Zyklusbeschwerden wie Krämpfe oder Schmerzen hinzu, wird der Schlaf zusätzlich erschwert. 

Schlafmangel macht Hunger

Hormone verändern den Schlaf, doch umgekehrt beeinflusst der Schlaf auch die Hormone. Wer wenig schläft, hat zum Beispiel oft mehr von dem Appetithormon Ghrelin in Blut – mit der Folge, dass man mehr isst und auf Dauer Gewicht zunimmt. Dazu beeinflusst der Schlaf den Zuckerstoffwechsel und weitere Stoffwechselprozesse. Auf diesem Wege sind bei Schlafmangel neben Essattacken auch Stimmungsschwankungen möglich, und mit wenig Schlaf regeneriert sich der Körper schlechter. 

Nicht nur die Hormone

Der Schlaf verändert sich auch in verschiedenen Lebensphasen. Schwangerschaft, Stillzeit und Wechseljahre haben einen großen Einfluss. Frauenärztinnen und Frauenärzte betonen jedoch, dass nicht immer die Hormone schuld sind. Eine Rolle für die Schlafqualität spielen neben äußeren Faktoren wie Schichtarbeit auch medizinische Faktoren wie Medikamente oder Erkrankungen wie das Restless-Legs-Syndrom oder Depressionen. 

Tagebuch ordnet ein

Um Schlafprobleme besser zu beschreiben, hilft oft ein Schlaftagebuch. In diesem notiert man alles, was mit dem Schlaf zusammenhängt: 

  • Verhalten vor dem Schlaf: z. B. Handynutzung, Fernsehen, Alkoholkonsum?
  • Einschlaf- und Aufwachzeit
  • Gab es nächtliches Erwachsen, wenn ja wie oft und wie lange?
  • Gab es weitere Beschwerden, z. B. Hitzewallungen, Schmerzen?
  • Bedingungen im Schlafzimmer: z. B. komplett abgedunkelt, Temperatur
  • Nutzung von Schlafhilfen: z. B. Schlafmittel, Schlaftees?

Durch die genaue Beschreibung des Schlafes können Ärztinnen und Ärzte die Ursachen oft besser einschätzen. Ein guter Schlaf ist sehr bedeutend für die Frauen- und auch Männergesundheit. Schlafprobleme dürfen deshalb nach Möglichkeit immer beim nächsten Besuch in der Arztpraxis angesprochen werden. 
Quelle: Frauenärzte im Netz

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